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Hoyerswerda: Warum das Konrad-Zuse-Museum in Hoyerswerda schließen muss

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AUDIO: Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda muss schließen (4 Min) Preisgekrönte Computer-Sammlung Stand: 31.08.2026 10:27 Uhr Ab Dienstag bleibt das Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda geschlossen. Zum Jahresende soll die deutschlandweit einzigartige Sammlung zur Geschichte der Rechentechnik abgebaut und aufgelöst werden. Dabei hat Hoyerswerda dem Computerpionier Konrad Zuse, der hier seine Jugend verbrachte, mit seinem Tod 1995 die Ehrenbürgerschaft verliehen. Wie konnte es so weit kommen? von Michael Bartsch, MDR Kulturdesk Am vergangenen Freitag öffnete das Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda zum letzten Mal für Besucher. Trotz hoher Bedeutung für die Technikgeschichte geriet das Museum zunehmend unter finanziellen Druck. Als die Schließung bereits entschieden war, gab es noch Versuche, das Museum zu retten. Doch bislang ohne Erfolg. Eine Gruppe älterer Ingenieure aus Dresden ist kurz vor der Schließung des Zuse-Computer-Museums (ZCOM) noch einmal nach Hoyerswerda gefahren. Sie haben damals beim DDR-Computerkombinat "Robotron" mit einigen der hier ausgestellten Exponate gearbeitet. "Es kann nicht wahr sein, dass das hier verschwinden soll", sagt einer von ihnen fassungslos. Konrad Zuse gilt als "Vater des Computers". Trägerstiftung verkündet Ende des Computer-Museums Seit die Trägerstiftung ZCOM am 1. Juli 2026 das Ende des Museums verkündet hat, fühlen offenbar viele wie diese Ingenieure. 3.600 Besucher wurden in diesen zwei Monaten gezählt, etwa ein Drittel der Gesamtzahl des Vorjahres. Die im Gründungsjahr 2017 angepeilten mindestens 30.000 Gäste jährlich und die damit verbundenen Einnahmen blieben indessen stets eine Illusion. "Wir sind keine Modellbauausstellung, wir sind ein Wissenschaftsmuseum", erklärt Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Kunde. "Wir sind kein Erlebnisbereich, wir sind ein Bildungsstandort. Und Kultur und Bildung wird immer ein Zuschussbetrieb bleiben." Wenn diese Ausstellung schließt und abgebaut wird, dann ist dieses Musem verloren, zerstört. Wolfgang Kunde, Vorsitzender des Fördervereins Wolfgang Kunde vom Förderverein sieht nicht mehr viele Chancen für das Zuse-Museum. Das Museum befindet sich im Sockelgeschoss eines Plattenbaus am Rande der Hoyerswerdaer Neustadt und bildet die Entwicklung des Computers von den Anfängen bis heute ab. Als Zuses Vermächtnis sieht Kunde, "dass er die gesamte Rechner-Architektur, so wie sie heute noch gültig ist, aufgestellt hat." Konrad Zuse Konrad Ernst Otto Zuse wurde 1910 in Deutsch-Wilmersdorf geboren. 1923 zog er mit seiner Familie nach Hoyerswerda, wo er später sein Abitur ablegte. Bereits als Jugendlicher tüftelte Zuse an Erfindungen. 1941 baute er mit dem "Z3" den ersten funktionierenden Computer der Welt. Den größten und einmaligen Schatz des Museums sehen Besucher der tausend Quadratmeter großen Ausstellungsfläche gar nicht. In den Kellerdepots hat der Förderverein 18.000 Geräte gesammelt. Hinzu kommt eine Fachbibliothek mit 6.000 Bänden. Eine Sammlung, für die es kein Lager gibt, wenn das Museum bis zum Jahresende komplett aufgelöst werden soll. 1941 entwickelte Konrad Zuse den ersten funktionierten Computer, den "Z3" – hier im Nachbau. Zähes Ringen um die Finanzen in Hoyerswerda Schon 2025 hatte der Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsgesellschaft, die das Museum beherbergt, dessen Schließung beschlossen. Sie gab 2017 das bescheidene Stiftungskapital für die tragende ZCOM-Stiftung und schoss jährlich 300.000 Euro für den Museumsbetrieb zu – bis der Aufsichtsrat meinte, in Krisenzeiten diese aufgabenfremde Kulturausgabe nicht mehr verantworten zu können. Auch Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh deutet an, dass dieses Konstrukt ein Geburtsfehler war. Man habe aus dieser Entscheidung gelernt. Auch das Neustadtforum sollte durch die Wohnungsgesellschaft betrieben werden. "Das war eines der ersten Dinge, die ich abgeschafft habe", so Ruban-Zeh. Das Zuse-Museum gehörte bisher fest zur Neustadt in Hoyerswerda. Im März 2026 hatte der Oberbürgermeister schon die breite Mehrheit des Stadtrates mit der Absicht hinter sich gebracht, ersatzweise den jährlichen städtischen Zuschuss auf 300.000 Euro zu erhöhen. Das hätte zusammen mit den 100.000 Euro des Kulturraumes und anderen Förderern den Jahresbedarf von einer halben Million Euro gedeckt. Doch dann überwarfen sich der Förderverein und die neue Museumsleiterin, sagt der Vorsitzende des Fördervereins, Wolfgang Kunde: "Ein Grund für die jetzt entstandene Lage ist die fehlende Kommunikation mit der ehemaligen Museumsleiterin." Daraufhin strich der Stadtrat Ende Juni mit ganz knapper Mehrheit auch noch den verbliebenen städtischen Zuschuss. Mitte Juli wurde mit einem anonymen Spender verhandelt, der einmalig 250.000 Euro geben wollte, aber Bedingungen stellte: Der bisherige Standort sollte erhalten bleiben und die Museumskonzeption modernisiert werden. Kulturelles Erbe steht auf dem Spiel Es gibt zwar bereits ein neues museumspädagogisches Konzept, nur kein Geld für dessen Umsetzung. Eine Bitte des Fördervereins um 200.000 Euro Unterstützung wurde nach eigenen Angaben vom Sächsischen Kulturministerium ignoriert, obschon das Zuse-Museum 2017 den sächsischen Museumspreis erhalten hatte. Was macht die Stadt, die sich "Konrad-Zuse-Stadt Hoyerswerda" nennt, nun mit ihrem Ehrenbürger? Oberbürgermeister Ruban-Zeh beantwortet die Frage so: "Wir werden im Neustadtforum, was Ende diesen Jahres wieder ans Netz geht, einmal über Bilder, aber auch über Technik, aber nicht so viel, einfach Zuse gedenken." Auch ein Verbund mit der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode wird erwogen. Damit wäre das Zuse-Computer-Museum immerhin Teil des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, worum es sich lange vergeblich bemüht hat. Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Kunde winkt resigniert ab: "Wenn diese Ausstellung schließt und abgebaut wird, dann ist dieses Musem verloren, zerstört. Es braucht Jahre, bis man was Neues entwickeln würde." Und wer das dann bezahlen soll, sei die zweite Frage. Quelle: MDR SACHSEN Redaktionelle Bearbeitung: lm, sg Zu wenige Kinder Bautzen zahlt Kita-Personal Abfindungen Die Stadt Bautzen will Abfindungen für Erzieherinnen und Erzieher in städtischen Kitas zahlen, damit sie freiwillig gehen. Das hat gestern der Stadtrat beschlossen. Finanzierungslücke 140.000 Euro fehlen für Geburtenstation Kamenz Nach den Kürzungen im ÖPNV fehlen trotzdem noch 140.000 Euro für die Rettung der Geburtenstation in Kamenz. Wie die Finanzierungslücke geschlossen werden soll, ist bislang offen. Nachrichten aus Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz Aktuelle Nachrichten, Videos und Bilder aus Ostsachsen: Bautzen, Hoyerswerda, Kamenz, Bischofswerda, Radeberg, Ottendorf-Okrilla, Großröhrsdorf, Lauta, Pulsnitz, Sohland, Bernsdorf, Schirgiswalde-Kirschau, Wittichenau.